Besuch der EXPO 2015 - Weltausstellung in Mailand!

 

 

Eigentlich kein richtiges Weinthema - irgendwie aber doch: Unser Besuch der Weltausstellung EXPO 2015 in Mailand.

Die diesjährige Weltausstellung in Mailand trägt den Titel: Feeding the World - Energy for Life! Also "die Welt ernähren und Energie für das Leben". Dieses sind natürlich Themen, die sowohl unsere unternehmerischen Ziele als auch private Ansprüche berühren.

Und eine Weltaustellung, die sich explizit mit gastronomischen Problemstellungen auseinandersetzt im Heimatland des guten Essens und der Slow Food-Bewegung - das hat uns neugierig gemacht! Wir waren gespannt, wie das Gastgeberland Italien und die teilnehmenden Länder aus aller Welt sich den Themen Nachhaltigkeit und Ernährung stellen.

Sehr bequemer Ausgangspunkt unserer Reise war das norditalienische Städtchen Varese, das neben der Nähe zu den Ausflugszielen der Region Lago Maggiore, Luganer und Comer See praktischerweise über einen direkten S-Bahnanschluß zum Ausstellungsgelände und zur Mailänder Innenstadt verfügt und daneben noch selbst einiges an Kultur, Gastronomie und italienischem Flair zu bieten hat.

        

So haben wir uns dann am gefühlt heißesten Tag des Sommers schon früh in den Zug gesetzt, kamen entspannt am Messegelände an und waren überrascht, wie perfekt organisiert und schnell die Abfertigung am Eingang erfolgte (Tipp: Karten vorher online auf der offizellen Expo-Seite kaufen und registrieren!).

Die Ferienzeit hatte noch nicht ganz begonnen, wir hatten uns einen ganz normalen Werktag ausgesucht und die Wärme tat ein Übriges: das Messegelände war zwar gut besucht, aber zu unserer Erleichterung keineswegs überfüllt. Trotzdem waren wir gleich etwas überfordert von der Größe des Geländes, die wir auch bei guter Online-Vorplanung so nicht erwartet hatten.

Unser kleines Warming up war der Besuch der Expo-Souvenier-Läden mit einem großen Angebot am üblichen Touristen- Messekitsch (das Maskottchen Foody soll an ein Archimboldo-Gemälde erinnern, konnte uns aber nicht ganz überzeugen) und einigen doch ziemlich chicken Designerstücken - und dann ging es hinein in den ersten Pavillon: bei Bahrein gab es keine Warteschlange und der Pavillon versprach gute Klimatisierung. Der arabische Inselstaat hatte Wüstenvegetation mitgebracht und Spezialitäten aus Datteln und Feigen.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg unter schattenspendenden Baldachins im Mittelgang des Geländes auf die Suche nach unseren vorgeplanten Länder-Repräsentanzen. Architektonisch hatten sich die teilnehmenden Staaten und Organisationen wirklich etwas einfallen lassen, und so war schon das Bummeln entlang der Pavillons eine Augenweide.

Wir stellten schnell fest, daß unsere Favoriten auch bei den anderen Besuchern beliebt waren, kleinere Schlangen an den Eingängen mußten wir dann doch in Kauf nehmen und die Auswahl der Besuche leider etwas beschränken.  Lesen Sie hier unseren ausführlichen Bericht über unseren Expo-Besuch.

 

Natürlich lag es nahe, auch Mailand selbst zu besuchen, zumal sich auch die gesamte City für die Expo gerüstet hat.

Im Vorfeld der Expo ist ein neuer Stadtteil nahe der Porta Garibaldi entstanden. Die elegante Piazza Gae Aulente in Richtung Messegelände beeindruckt durch weite Platzgestaltung mit einladenden Cafés und Restaurants und spektakulärer moderner Architektur und ist auch für Mailand-Kenner ein Besuch wert. Bereits vielfach berichtet wurde über die Zwillingshäuser Bosco Verticale vom renommierten Architekten Boeri, deren Fassade tatsächlich ein senkrechter Wald aus echten Bäumen schmückt, die zur Klimabilanz des Hauses beitragen sollen. Der Palazzo Lombardia mit dem Expo-Logo und das neue UniCredit-Gebäude beeindrucken durch Glas- und Stahlfassaden.

  

Ein interessantes Projekt mitten in der Stadt im Rahmen der Expo ist das Wheatfield. Ein 5 Hektar großes Weizenfeld, realisiert von der Landschaftsarchitektin und Künstlerin Agnes Denes auf einer Brachfläche nahe der Piazza Gae Aulenti, soll ein Stück Natur zurück in die Stadt holen. Wir waren tatsächlich genau am Tag der Ernte dort, und uns bot sich ein surreales Bild des riesigen Mähdräschers vor den Glasfassaden des neuen Viertels.

 

Ganz benachbart befindet sich auch die sehenswerte Filmpräsentation Italia á 360° in einem kreisrunden Pavillion, in dem ein toller Panorama-Image-Film in Zusammenarbeit mit dem Touring-Club Italia in moderner 360 Grad-Technik gezeigt wird mit allem, was Italien zu bieten hat: Landschaften, Architektur, Kunstwerke, Produkte wie Mode, Autos und Möbel und natürlich gutes Essen und Wein - ein Muß für jeden Italien-Fan! (freier Eintritt!)

Natürlich lockt auch das Zentrum von Mailand wie immer mit vielen Sehenswürdigkeiten, tollen Kunstausstellungen als Rahmenprogramm zur Expo und vielen neuen Locations. Direkt am Dom, neben der berühmten Galleria Vittiorio Emanuele II., der ersten Einkaufspassage überhaupt, hat der Mercato del Duomo eröffnet. Das Projekt als Kooperation der italienischen Autogrill-Kette und der Slow Food-Universität für gastronomische Wissenschaften Pollenzo bietet alles, was das kulinarisch anspruchvolle Herz begehrt: Cafés, Delikatessengeschäft, mehrere Selbstbedienungsrestaurant mit schmackhaften Gerichten, den Ableger eines Sterne-Restaurants, die Bollicine del Duomo mit feinen Franciacorta-Perlen von Berlucchi und die berühmte Aperol-Terasse.

Auf dem Weg zur berühmten Einkaufsmeile Montenapoleone sollte man einen Abstecher zum modernen Brain & Barry Building an der Via Durini machen. Auf zwölf Etagen gibt es hier einen Ableger von Eataly, mehrere Concept Stores mit Designer-Produkten,  Mode und Möbel und der Terazza 12, einer chicken Bar im obersten Stockwerk, von deren Terasse man einen tollen Blick über Mailand genießt.

 

 

Unser Lieblings-Hotspot in Mailand bleibt das Dachgeschoß des vor ein paar Jahren gründlich modernisierten Luxus-Kaufhauses Rinacente direkt am Dom. In der 7. Etage Vis-á-Vis der Domplatte genießt man bei Cocktails oder überraschend gutem Essen die Aussicht auf den Dom in Gesellschaft der Haute-Voilé Mailands: Models, Party-People und viel zu schauen über Stunden ...

 

 

Und wenn Sie noch etwas Zeit haben, oder wie wir eine ganze Woche in der Region verbringen, besuchen Sie das gerade wiedereröffnete Automuseam von Alfa Romeo im nahe des Messegeländes gelegenen Arese. Zum 105. Firmenjubiläum wurde nicht nur das Stammwerk in Arese wieder eingeweiht und die mit Spannung erwartete neue Giulia Quadrifoglio vorgestellt. Auch das Museum wartet mit High-Tech auf, die auch nicht ausgesprochene Autofans oder Alfisti begeistert: neben vielen sehenswerten und toll präsentierten Exponaten aus der langen Auto- und Rennsportgeschichte von Alfa Romeo gibt es Ausschnitte aus legendären Hollywood-Filmen, die Möglichkeit in einer kugelrunden Sitzkabine virtuell ein echtes Autorennen als Beifahrer mitzufahren und als krönendes Finale ein 3D-Kino, in dem man so lebensecht die berühmte Targa Florio und Mille Miglia mitfährt, daß man Steinschlag, Fahrtwind und echten Regen abbekommt. Sehr emotionale Erlebnisse, die die Marke Alfo Romeo so wiederbeleben sollen!

  

 

Unsere ausführlichen Expo-Eindrücke:

Italien stellt als Gastgeber natürlich den größten Pavillon. Die Architektur ist beeindruckend und die Präsentation Italiens als Reiseland für Italienliebhaber wie wir begeisternd. Zu kurz kam uns aber das Thema Ernährung - naja, Italien schien das als Gastgeber schon mal nicht so genau zu nehmen ...

Der deutsche Pavillon war ein Muß und hatte mit den größten Andrang. War man erst mal drin, wurde die weitere Wartezeit mit kleinen Filmchen über sypatische deutsche Naturschützer überbrückt, drinnen gab es ein etwas zusammenhangloses Multimediaspektakel zum Mitmachen, wo aber leider immer wieder der typisch deutsche erhobene Zeigefinger aufflackerte ...

Die Schweiz stellte zwar sehr schön die Herkunft eines großen Teil der europäschen Wasserversorgung in den heimischen Alpenmassiven dar, ließ sich dann aber leider beim Ernährungsthema komplett vom Nestlé-Konzern repräsentieren.

Israel gab sich dynamisch jung und modern als Technologie-Entwickler in Sachen Wasserversorgung von Wüstengebieten zur landwirtschaftlichen Nutzung für die Welternährung.

Das Thema Technologie zur Wassergewinnung und -Versorgung machten sich natürlich auch gerade die Öl- und Wüstenstaaten der arabischen Halbinsel zu eigen. Besonders sympatisch schafften das die Vereinigten Emirate, die als Ausrichter der nächsten Weltausstellung zum Thema Transport einen der größten und auch schönsten Pavillons stellten. In einem hochmodernen Kino wurde durch eine von einem kleinen Mädchen erzählte Familiengeschichte die kurze Geschichte des Wüstenstaates und die Problematik der Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten mit den neuesten technischen Mitteln dargestellt. Die Botschaft: das Grundwasser könnte auf der Welt früher versiegen als das Erdöl!

Einige Länder nutzten die Weltausstellung hingegen eher zu Werbezwecken für die heimische Tourismus- und Nahrungsmittelbranche - das war bei einigen auch ganz gut geglückt und nett und interessant, wie zum Beispiel bei Spanien oder Belgien, eher etwas langweilig, wie wir fanden, bei Frankreich, und eher lustig bei den Niederlanden mit einer Wagenburg aus Imbißbuden.

Großbritannien präsentierte sich überraschend als großes Imkerland in Form eines begehbaren Bienenstocks. Brasilien ließ die Besucher erst mal über ein riesiges Netz aus Seilen klettern, was sowohl für die Kletterer als auch die Zuschauer stets für Erheiterung sorgte. Die Botschaft des US-amerikanischen Pavillons hat sich uns hingegen nicht erschlossen. Im Erdgeschoß hielt von einem großen Bildschirm aus Präsident Obama eine Rede, im ersten Stock gab es Party bei typischen amerikanischen Getränken ...

 

 

 

Kritisch oder gar politisch setzten sich aber leider nur sehr wenige Staaten mit dem Thema auseinander. Beeindruckt hat uns hier der große Pavillon der Vereinten Nationen zum Thema Nahrungsmittelerzeugung und -verschendung und Spekulation, aber auch Südkorea, das mit der These: "You are what you eat - Du bist was Du ißt" sich mit teilweise drastischen Bildern mit Übergewicht und Fehlernährung in den Industrienationen im krassen Gegensatz zu Hunger und Unternährung in den Entwicklungsländern auseinnadersetzt.

Fast übersehen hätten wir die kleine Repräsentanz des Heiligen Stuhls, des Vatikans. Ein Besuch lohnt sich aber in diesem kleinen Hort der Ruhe: Interaktiv kann man an einer großen Tafel inspiriert vom "Letzten Abendmahl" virtuell mit vielen Gastgebern aus aller Welt ein gemeinsames Essen nachempfinden oder Filme zu Problemen in den Entwicklungsländern und dazu Lösungsmöglichkeiten anschauen. Fast bescheiden aber sehr eindringlich wirkt dieser Pavillion als perfekte Entsprechung der Persönlichkeit des Papstes Franziskus.

Fast etwas verloren ganz am Ende des Ausstellungsgeländes versucht die Slow Food Vereinigung ein Zeichen zu setzen in Punkto Nachhaltigkeit bei der Nahrungsmittelerzeugung und -konsum. Spannende Degustationsmöglichkeiten und ein Mitmach-Raum geben hierzu Gelegenheit. Allerdings erschien uns der Standort des Pavillions etwas schwierig, da in unmittelbarer Nachbarschaft McDonalds eine große Imbißbude betrieb, die trotz des allgegenwärtigenThemas Nachhaltigkeit sehr regen Zulauf verzeichnete. Dies fanden wir genauso schräg wie die Tatsache, daß Coca Cola einer der Hauptsponsoren ist.

Leider reichte die Zeit nicht zum Besuch der sicherlich sehr interessanten Gemeinschaftsausstellungen der produzierenden Länder zu den Themen Kaffee, Kakao, Tee und Gewürze.

Sehr spannend fanden wir aber den Future Food District, wo neben vertikalem Gemüseanbau die große italienische Handelskette Coop einen Supermarkt der Zukunft präsentierte mit den Möglichkeiten, die die Lebensmitteldistribution voraussichtlich bis zum Jahre 2030 bieten wird. So soll es z.B. bald schon personalisierte, direkt im Supermarkt zusammengestellte Fertiggerichte zu kaufen geben, die Allergien und Unverträglichkeiten der Käufer individuell berücksichtigen.

Natürlich hat die Expo auch kulinarisch einiges zu bieten. Fast alle Ausstellernationen bringen Restaurants oder wenigstens Verkaufsstände mit landestypischen Gerichten mit. Und die bekannte, Slow Food-nahe italienische Supermarktkette Eataly, die ab Herst auch in Deutschland präsent sein wird, betreibt in zwei großen Pavillions 20 Selbstbedienungsrestaurants, in denen bekannte Köche aus allen Regionen Italiens typische Gerichte auf wie erwartet hohem Niveau anbieten.

Und wo bleibt der Wein? fragen Sie: Ja, den gibt es natürlich auch. In Zusammenarbeit mit der italienischen Weinmesse Vinitaly und der italienischen Sommelierunion präsentiert sich Italien natürlich als Weinbaunation. In einem großen Pavillon finden sich zunächst interessante Ausstellungsobjekte zu Weinerzeugung und -genuß, bevor man in einen riesigen Verkostungsbereich gelangt, in dem man, assistiert von Sommeliers, in Selbstbedienung nach Kauf einer Wertkarte aus Zapfanlagen Wein aus allen Regionen Italiens verkosten kann. Beeindruckend inszeniert vermißten wir bei der Weinauswahl allerdings viele renommierte Erzeuger, die wohl angesichts des zu entrichtenden Ausstellungsentgeldes eine Kosten-/Nutzenabwägung gegen eine Präsentation getroffen hatten.

Empfehlen möchten wir Ihnen aber auf jeden Fall den Besuch von drei wirklichen Hotspots auf der EXPO:

Ganz besonders gut hat uns die Ferrari-Terasse oben auf dem Eataly-Komplex gefallen. In eleganter Atmosphäre läßt sich hier herrlich ein Glas Ferrari Brut oder Rosé als Aperitif geniessen (19:02 Ferrari Time for Apperitivo - Ferrari erinnert mit dieser Uhrzeit täglich an das Gründungsjahr der Kellerei im Jahr 1902). Auch kleine feine Gerichte werden serviert - hier kann man ruhig länger verweilen! Bereits bei der ersten Weltausstellung in Mailand 1906 nahm Ferrari teil und ist stolz darauf, bereits kurz nach Firmengründung damals eine Goldmedaille für den Ferrari Brut errungen zu haben. Daran erinnerrt stilvoll die Sonderausstattung zur Expo in den itlaienischen Farben. Stolz ist Ferrari auch darauf, Ambassador der Expo zu sein und als dieser exklusiv im italienischen Pavillion ausgeschenkt zu werden. (Hier erfahren Sie mehr über das Weingut!)

     

 

Ausgesprochen chic ist auch die Martini-Terasse. Sehen und gesehen werden bei chilliger Bar-Athmosphäre ist die Devise, dazu einen Martini-Cocktail eisgekühlt und leckere Aperitivo-Häppchen - so klingt ein anstrengender Tag auf der Expo angenehm aus...

 

Die bekannteste Weinappellation der Gastgeber-Region Lombardei, die Franciacorta mit den berühmten Flaschengärungen ist ebenfalls mit einem eigenen Restaurant und Bar vertreten - auch lohnt sich ein Besuch besonders in den Abendstunden.

Es lohnt sich, das besondere Angebot der Expo zu nutzen und für nur 5,-- Euro eine Abendkarte zu kaufen und wie wir der Expo noch einen zusätzlichen Abendbesuch zu schenken. Ab 19.00 Uhr kann man noch schnell ein paar versäumte Pavillion-Besuche nachholen und dann noch ein bißchen die Expo-Athmosphäre genießen.

Unser Fazit: Ein Besuch der Expo 2015 lohnt sich auf jeden Fall - und Mailand ist immer eine Reise wert!

*: Fotorechte liegen bei Ferrari F.lli Lunello S.p.A., Trento -  Italien

alle anderen Fotos Eigenaufnahmen von Artedivivere

 

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